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Audible Writers Room in Berlin

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Eine Woche Plotten und Planen einer ganzen Serien-Staffel in Berlin liegen hinter uns.

Meine Co-Autorinnen Ann-Kathrin Karschnik, Lara Lorenz und ich haben uns eine Woche hinter gläsernen Türen (die rasch mit Post-its vollgeklebt waren) im 4. Stock von Audible in Berlin verschanzt und mit Ideen um uns geschmissen. Wir hatten 5 Tage Zeit, um nicht nur den Spannungsbogen einer ganzen Serie zu plotten, sondern auch alle Figuren, Orte, Namen und die Welt um den Hauptkonflikt herum zu erschaffen. Keine einfache Aufgabe für Urban Fantasy, da wie bei jeder Fantasy der Weltenbau viel Gewicht einnimmt und frühe Entscheidungen zum Funktionieren der Magie, der Welt und der Kreaturen später zu Problemen führen können. Zusätzlich mussten wir uns entscheiden, wie wir die Serie gemeinsam schreiben wollen und haben uns für alternierende Perspektiven entschieden - sicherlich eine Herausforderung, aber eine auf die wir uns freuen.

v.l.: Ann-Kathrin Karschnik, Daniela Pusch + Lara Lorenz

Wir konnten gar nicht aufhören zu plotten und blieben jeden Tag länger als geplant. Bürozeiten haben für Autoren eh keine Bedeutung, und selbst bei der gemütlichen und wohlverdienten Pizza am Abend direkt gegenüber vom Friedrichstadt-Palast spannen wir unsere Geschichte weiter.


Da war es von Vorteil, dass wir uns entschieden hatten, uns ein Apartement zu teilen, anstatt abends in getrennte Hotelzimmer zu verschwinden. Ich glaube, die Ideen, die wir noch nachts im Pyjama bei Schokolade und Keksen auf dem Sofa hatten, waren die Besten. Oder die auf dem Weg zu unserem Frühstückcafé, in dem wir so laut über die Legislative und Exekutive einer liberalen, paranormalen Gesellschaft diskutierten, dass die Dame am Nachbartisch verwirrt den Sitzplatz wechselte.

Die Postits nahmen zu und bedeckten schließlich alle 4 Wände des Seminarraums bei Audible, wie das Zimmer eines verrückten Verschwörungstheoretikers. In unserem Rausch haben wir übersehen, dass wir die Glastür so zugeklebt hatten, dass man sie nicht mehr aufschieben konnte, so dass wir von außen "Bitte nicht öffen" und "Hier aufschieben" als Anleitung anbringen mussten.

Die großartige Josi Longmuss von Audible steckte den Kopf zu uns rein und fragte lächelnd: "Braucht ihr noch mehr Postits?"

Ja, brauchten wir :)







Wir hatten wohl den Vorrat des ganzen Hauses verbraucht, denn sie ging danach los, um freundlicherweise mehr zu besorgen (die ganz großen in XXL!)

Aber wenn man schon einmal den Luxus hat, sich ausbreiten zu dürfen, dann soll man drei Masterminds auch nicht stoppen. Zuhause können wir wohl nicht mit Whiteboards über die ganzen Wände oder riesigen Clip-Boards arbeiten. Nur das Genie beherrscht das Chaos, denn am Ende unserer Woche hatten wir ein feine 1. Staffel zusammengeplottet, Ideen, Charaktere und Konflikte für viele weitere Staffeln und einen Handlungsspannungsbogen, der sich über 4 Staffeln spannen wird. Dafür muss man schon mal Wände opfern (die Lackierung hat etwas gelitten *ähem*).

So intensives Plotten ist natürlich nicht stundenlang durchzuhalten, daher gab es öfter Wanderungen zur Kaffeemaschine und zu dem Schrank an der Rezeption (nachdem wir herausgefunden hatten, dass dort Süßigkeiten zur freien Verfügung gelagert wurden. In der Woche haben wir wohl alle Müsliriegel weggefuttert, sorry Audible.)


Gehirn-Aussetzer gab es trotzdem immer wieder, und jeder von uns hatte seinen "Goldfisch-Moment", bei dem man den elaborierten Ausführungen der geschätzten Co-Autorin einfach nicht folgen konnte. Deshalb bastelten wir uns ein Schild, das wir hochhalten konnten.

(Goldfische haben bekanntermaßen eine Aufmerksamkeitsspanne von 2 Sekunden. Autoren manchmal auch.)







Nach 5 Tagen ging es wieder nach Hause, einen Plotplan und Szenenkarten im Gepäck. Noch im Zug kam die tolle Mail, dass Audible sich mehrere Staffeln wünscht.

Na, dann mal los.

Nun geht es ans Schreiben und Umsetzen der Serie, bevor sie dann im nächsten Jahr von Sprechern eingelesen werden und irgendwann Mitte 2020 veröffentlicht wird.

Ab an den heimischen Schreibtisch und auf ins Serienschreiben. Ich bin aufgeregt.



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